Abgebildet ist Sami Moilanen, der in dem Eloxalwerk arbeitet und an der Energiereform des Werks mitgewirkt hat.

Mäkelä Alu unterschieb im Februar 2021 das Energieeffienzabkommen der Fachorganisation Teknologiateollisuus. Petri Mäkelä, Vorstandsvorsitzender von Mäkelä Alu, erzählt, dass es gleich mehrere gute Gründe dafür gibt.

– Das Abkommen verstärkt unser positives Image und macht die positiven Schritte sichtbar, die wir schon lange im Bereich des Umweltschutzes setzen, so Mäkelä.

Kunden sind heutzutage immer mehr interessiert an Umweltthemen wie Energieverbrauch, Energieträger und Emissionen ihrer Partner.

– Umweltthemen sind oft bereits eines der wichtigsten Kriterien bei Wahl der Partner, sagt Päivi Venesoja, EHSQ-Leiterin der Mäkelä Alu.

 

Vertragpflichten nun klarer

Ein weiterer Grund für die Unterschreibung des Energieeffizienzabkommens war nach Petri Mäkelä auch, dass das Abkommen heutzutage einfachen auszulegen ist und die praktische Umsetzung eindeutiger geworden ist.

– Uns war früher nicht so klar, wozu wir uns durch die Unterschrift verpflichten und was von uns erwartet wird. Jetzt sind diese Fragen geklärt. Auch intern kennen wir uns jetzt besser aus, sagt Mäkelä.

Ein Anreiz war auch, dass man dadurch beim finnischen Arbeitsministerium Energiebeihilfe beantragen kann, was die Einführung von energieeffizienten Investitionen erleichtert.

– Irgendwelche finanziellen Unterstützungen sind aber nicht das Wichtigste für uns. Wir würden diese Investitionen sowieso tätigen.

 

Schwerpunkt Speicherung der Abwärme

Aluminiumprofile werden durch ein Strangpressverfahren hergestellt, bei dem ein auf ca. 450 Grad vorgewärmter Rundstab durch eine Schalung in die gewünschte Form gepresst wird. Die Profile werden dann mit Wasser oder Luft abgekühlt und benötigen danach noch eine weitere Wärmebehandlung.

Energie wird auch in den Anlagen zur Oberflächenbehandlung – drei Beschichtungsanlagen und einer Anodisierungsanlage – verbraucht. Je nach Beschichtungsanlage werden die Profile zunächst mit Wasser bei 35–55°C vorbehandelt, getrocknet, mit Pulverbeschichtung besprüht und in einem Ofen bei ca. 195°C erhitzt, um das Pulver auf der Profiloberfläche zu schmelzen.

In der Anodisierungsanlage variieren die Temperaturen in den Prozesstanks von 18 Grad bis weit über 70 Grad Celsius. Im eigentlichen Anodisierungsbad wird in einem Schwefelsäurebad durch elektrischen Strom eine dauerhafte Oxidschicht auf der Oberfläche der Profile erzeugt.

Entwicklungsleiter Tomi Pilbacka erzählt, dass die Evaluierung des Energieverbrauchs bereits länger läuft. Ein wichtiger Weg zur Verbesserung der Energieeffizienz ist die Rückgewinnung von Abwärme in verschiedenen Phasen des Produktionsprozesses.

– Wir haben bereits damit begonnen, die Quellen der Abwärme zu identifizieren. Das Potenzial ist groß, und die Nutzung der Abwärme wird in den nächsten Jahren ein großes Thema sein.

Die Abwärme kann entweder über Wärmepumpen oder in einigen Fällen direkt über Wärmetauscher zurückgewonnen und z.B. zur Erwärmung von Oberflächenbehandlungswasser verwendet werden.

– Die Herausforderung besteht darin, dass die Quellen und Nutzungen der Abwärme nicht immer in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. Es ist daher wahrscheinlich, dass auf dem Werksgelände ein internes Wärmenetz gebaut werden muss, damit die Wärme dorthin gebracht werden kann, wo sie gebraucht wird, sagt Pilbacka.

 

Ziel: Klimaneutralität bereits 2025 

Eine weitere große Investition ist der Austausch der Dampfanlage gegen eine Wärmepumpe, die für die Wärmeproduktion sorgt. So kann man auf das emittierende Flüssiggas verzichten.

– Wir hatten vorhin in die Anodisierungsanlage eine Wärmepumpe eingebaut, deren Kapazität nicht voll ausgeschöpft wird. Jetzt planen wir, diese Kapazität zu Nutze zu machen, indem wir die Abwärme der Abwässer speichern, sagt Tomi Pilbacka. 

Eine weitere bedeutende Abwärmequelle ist die Entlüftung. Im Moment werden noch große Mengen an Abluft aus den Werkshallen ausgeblasen, welche durch eine geeignete Abwärmespeicheranlage für die Produktion genutzt werden könnte.

Pilbacka betont, dass neue und energieeffizientere Geräte nur ein Teil der Arbeit im Bereich der Energieeffizienz sind.

– Wir wollen auch die bereits vorhandenen Geräte möglichst clever anwenden und beispielsweise Leerlauf reduzieren. So lassen sich Energieeinsparungen ganz ohne finanzielle Investitionen erzielen.

Für Pilbacka ist das Wichtigste, dass Energieeinsparungen ein gemeinsames Ziel der ganzen Belegschaft sind und jeder in die Planungsarbeit eingebunden wird.

Mäkelä Alu will bis 2025 klimaneutral produzieren. Die Steigerung der Energieeffizienz und der Austausch vom Flüssiggas gegen emissionsfreie Energieträger sind dabei die wichtigsten Mittel.

– Wenn gasbetriebene Geräte ihr Lebensdauer erreicht haben, werden sie gegen elektrisch betriebene ausgetauscht.